Ronau-IT (IT-Services und DSGVO)


Herr Naumer, seit wann gibt es Ihr Unternehmen?

„2011 habe ich mich im IT-Bereich mit Full-Service-Support für kleine und mittelständige Unternehmen selbständig gemacht, nachdem ich von Siemens wegging, wo ich u.a. viele Jahre mit Dokumenten-Management-Systemen (DMS) beschäftigt war. Das war auch der Bereich, in dem ich mich aus Überzeugung selbständig machen wollte. Es ist nachweisbar, dass sehr viel Arbeitszeit ‚verschwendet‘ wird, weil Dokumente nicht richtig abgelegt werden und es kein einheitliches System gibt. Außerdem ist der Einsatz eines DMS von großem Vorteil, wenn Unternehmen eine hohe Personalfluktuation aufweisen. Zunächst war das Feedback äußerst positiv. Doch als es an konkrete Umsetzungsmaßnahmen ging, haben sich die meisten Interessenten zurückgezogen, da zur damaligen Zeit die Skepsis gegenüber solchen Systemen noch zu groß war. Daher habe ich den Bereich IT-Support stärker ausgebaut.“

Wann kam dann der Datenschutz hinzu?

„Das war drei Jahre später – 2014. Ich wollte mir ein zweites Standbein erstellen. Der Datenschutz war schon länger ein Thema und mit der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft getreten ist, wurde es sichtbarer für die Menschen und rückte stärker in deren Bewusstsein. Dennoch gibt es bis heute enorme Lücken bei Unternehmen und Dienstleistern bezüglich der verpflichtend umzusetzenden Maßnahmen zum Datenschutz. Und die Strafen wurden drastisch angehoben, so dass ein Unternehmen bis zu 20 Mio Euro oder 4% des Jahresumsatzes für gravierende Verstöße als Bußgeld auferlegt bekommen kann.“

Haben Sie bereits Erfahrung mit Datenschutz in Pflege und Medizin?

„Leider konzentrieren sich Ärzte und Pflegeeinrichtungen zu sehr auf die Finanzen und scheuen davor zurück, externe Datenschutzbeauftragte zu beauftragen, sich der Sache anzunehmen. Ich bin schon an einige Einrichtungen aus diesen Bereichen herangetreten, doch vorwiegend scheiterte es meistens im Hinblick auf die anfänglichen Kosten. Am Ende haben die meisten es vorgezogen, intern jemanden zu bestimmen, der sich dem Thema annimmt und den systematischen Datenschutz und dessen Umsetzung außen vorzulassen. Wichtig ist zu erwähnen, dass ein externer Datenschutzbeauftragter in der Regel auf einen umfassenden Erfahrungsschatz zurückgreifen kann, wobei ein interner Datenschutzbeauftragter oftmals in der Unternehmensblase gefangen ist und nicht gewohnt ist, andere Perspektiven einzunehmen. Ich möchte mich aber in Zukunft mehr mit dieser potentiellen Zielgruppe in Pflege und Medizin beschäftigen, da hier noch sehr viel zu tun ist und ich persönlich auch finde, dass dieser Sektor gesamtgesellschaftlich relevant ist und wir auch als Einzelne davon direkt betroffen sind. Nachweislich praktizierter Schutz personenbezogener Daten schafft Vertrauen und wird zunehmend zum Qualitätsmerkmal.“

Warum gerade der Bereich Pflege? 

„Wir alle kommen in ein Alter, in dem wir verstärkt über Pflege nachdenken müssen. Mein Vater z.B. ist bereits weit über 80 Jahre alt und es kann durchaus sein, dass er in naher Zukunft mehr Unterstützung benötigt. Schon als Kind und Jugendlicher erfuhr ich in meinem Elternhaus, in dem mehrere Generationen beherbergt wurden, welche Belastung Pflege für die gesamte Familie bedeuten kann. Persönlich kenne ich Fälle, in denen die Familie sogar daran zerbrochen ist. Dem möchte ich natürlich auch vorbeugen und habe dabei festgestellt, dass im Pflegebereich dringender Handlungsbedarf besteht beim Umgang und Schutz personenbezogener Daten. Da möchte ich helfen!“

Die obligatorische Schlussfrage: Warum sind Sie Pflegenetzwerkpartner geworden? 

„Das war der persönliche Kontakt zu Euch. Ich habe gemerkt, dass ihr Menschen seid, die hinter dem stehen, was sie tun, so wie ich es auch tue. Ich habe das Vertrauen in das Pflegenetzwerk, dass die Arbeit, die ich bereit bin in das Pflegenetzwerk zu investieren, auch gut aufgehoben ist.“

Dasselbe Gefühl hatten wir auch und wir freuen uns auf einen Experten, der auf unsere Daten und Privatsphäre achtet und unseren Partnern helfen kann, eventuelle Lücken in diesem Bereich zu schließen. Wir sind froh, diese neue Expertise und einen ausgewiesenen, qualitätsorientierten Experten bei uns im Netzwerk begrüßen zu dürfen.